DTM-Finalkrimi mit René Rast und Nico Müller

Titelverteidiger René Rast geht mit 13 Punkten Vorsprung in das Finale
Mit einem hart erkämpften Sieg im ersten der beiden Finalrennen auf dem Hockenheimring hat Nico Müller vom Audi Sport Team Abt Sportsline seine Chance auf den DTM-Titel gewahrt. Titelverteidiger René Rast vom Audi Sport Team Rosberg wurde am Samstag Zweiter und geht mit 13 Punkten Vorsprung in das alles entscheidende letzte Rennen (Sonntag ab 13 Uhr live auf SAT.1).

Rast und Müller lieferten sich am Samstag ein knallhartes Duell. Mit 48 Tausendstelsekunden Vorsprung sicherte sich Rast die Pole-Position. Müller gelang von Platz zwei der bessere Start und ein Überholmanöver in der ersten Kurve, bei dem Rast von der Strecke gedrängt wurde. Es war nur ein Vorgeschmack auf den weiteren Rennverlauf, in dem sich die beiden Audi-Piloten immer wieder gegenseitig überholten und mehrmals leicht berührten. Am Ende überquerte Müller die Ziellinie 0,622 Sekunden vor Rast als Sieger.

„Es war eine tolle Show, die unsere Fahrer heute geboten haben, ich freue mich riesig auf das Finale morgen“, sagte Markus Duesmann. Der Vorstandsvorsitzende der AUDI AG verfolgt das Finale in Hockenheim genauso vor Ort wie Entwicklungschef Oliver Hoffmann und Julius Seebach, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH.

„Das Rennen war megaspannend“, bestätigte Sieger Nico Müller. „Ich habe es im Auto genossen, obwohl sehr viel auf dem Spiel stand. Ich hoffe, den Fans daheim vor den Bildschirmen hat das Spektakel genauso gefallen. Ich bin sehr glücklich, dass ich auf der Ziellinie das bessere Ende für mich hatte. Es war ein Tag, wie wir ihn gebraucht haben. Das Team hat dabei eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Nach dem zweiten Safety-Car wussten wir nicht genau, ob es noch vier oder fünf Runden gehen würde. Sie haben mir gesagt, dass es extrem knapp wird und ich ganz genau hinsehen sollte. Zu wissen, dass es die letzte Runde ist, war heute sehr wichtig.“

Das konnte René Rast nur bestätigen: „Ich denke, wir hätten gewinnen können, hätte ich gewusst, dass es die letzte Runde ist. Als ich über die Ziellinie gefahren bin, habe ich auf die Anzeige geschaut. Die sagte: noch zwei Runden. Ich wollte mir den Angriff mit Push-to-Pass und DRS für die letzte Runde aufheben und war schockiert, dass das Rennen vorbei ist. Keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist – aber das hat uns heute den Sieg gekostet.“

Rasts Teamkollege Jamie Green wurde Dritter. Es war das erste Podium des Briten seit dem Saisonstart in Spa. „Das war ein sehr gutes Rennen“, sagte Green. „Wer in Führung lag, konnte sich nicht absetzen. Es gab vor mir viele Überholmanöver und es war cool, das anzusehen. Ich konnte vor dem zweiten Safety-Car zu René und Nico aufschließen, wollte aber kein Party-Crasher sein.“

Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix machte einen Audi-Vierfacherfolg perfekt, obwohl sein Drag Reduction System (DRS) in der Schlussphase ausfiel. Teamkollege Mike Rockenfeller wurde Sechster. Nach dem Restart war „Rocky“ auf den letzten Platz zurückgefallen.

Genau wie Mike Rockenfeller holte sich auch Robin Frijns während der zweiten Safety-Car-Phase noch einmal frische Reifen. Der siebte Platz war trotzdem zu wenig, um seine kleine Titelchance zu wahren. „Mein Qualifying war schlecht und im Rennen war ich zu langsam“, sagte Frijns. „Mit einem frühen Reifenwechsel bin ich weit nach vorn gekommen, aber meine Reifen waren zu diesem Zeitpunkt bereits am Ende.“

Während alle sechs Audi-Werksfahrer in die Top Sieben fuhren, blieb das Kundenteam WRT Team Audi Sport nach dem zuletzt starken Auftritt in Zolder dieses Mal ohne Punkte. Bester WRT-Pilot im Samstagsrennen war Ferdinand Habsburg auf Position elf.

„Das war ein unglaubliches Rennen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der Kampf zwischen Nico und René war hart und das eine oder andere Mal vielleicht etwas am Limit, aber aus meiner Sicht noch okay. Für das morgige Finale war es ein perfektes Ergebnis. Die Meisterschaft ist weiter offen. René und Nico können beide noch immer den Titel gewinnen. Ich freue mich sehr auf einen weiteren Kampf wie diesen morgen.“

Text & Foto; Media DTM